Ostsee-Kurztour mit AIDAdiva

Da unsere Tour im Januar mit AIDAprima nicht so war, wie wir uns das vorgestellt hatten und der Zeitraum bis zur nächsten - an Bord gebuchten Reise im Oktober 2019 - noch etwas hin war, entschlossen wir uns, eine Ostsee-Kurztour mit AIDAdiva mit Warnemündeaufenthalt einzuschieben. Nur soviel dazu: Diese Woche war besser, als die Woche Kanaren im Januar...

 

Wir reisten bereits einen Tag vorher mit dem Auto nach Warnemünde an. Während wir 2013 unser Auto "Parken und Meer" anvertrauten, wollten wir dieses Mal das neue Parkhaus "Molenfeuer" in fussläufiger Entfernung (10 Minuten) zum Pier nutzen. Praktischerweise befindet sich das Hostel "Dock Inn" direkt neben dem Parkhaus, so dass wir die Nacht dort verbrachten. Das besondere an diesem Hostel: Es besteht aus alten Übersee-Containern - aus diesem Grund haben die Zimmer auch einen sehr eigenwilligen Zuschnitt..

Blick vom "Dock Inn" auf das Parkhaus Molenfeuer in Warnemünde.
Blick vom "Dock Inn" auf das Parkhaus Molenfeuer in Warnemünde.

Nach dem Bezug des "Containers" schauten wir uns noch etwas in Warnemünde um - nach einer gut sechsstündigen Autofahrt darf man sich auch schonmal die Füsse vertreten. Allerdings war es das an dem Tag auch schon mit Sightseeing; da wir am nächsten Morgen vorhatten, das Einlaufen des Schiffes zu verfolgen, gingen wir dann am Anreiset auch früh ins Bett. 

1. Tag, Montag - 30.April 2018 - Warnemünde

 

Heute hieß es früh aufstehen, um das Einkaufen nicht zu verpassen. Gegen 6 Uhr waren wir bereits in Warnemünde am Strand und konnten draußen auf dem Meer AIDAdiva schon sehen.Bei herrlichem Wetter kam das Schiff immer näher und passierte gegen 6:30 Uhr die Hafeneinfahrt - Immer wieder ein schöner Moment...

Danach machten wir uns wieder auf dem Weg zurück ins "Dock Inn" - packen und Auschecken. 

Mit dem Auto fuhren wird das Gepäck zum Terminal; danach wurde der Wagen wieder im Parkhaus abgestellt. Zurück am Terminal konnten wir auch zügig Einchecken. Auch die Kabine war bereits bezugsfertig, so dass wir unser Handgepäck dort abstellen konnten, um noch einen Rundgang durch Warnemünde zu machen.


2. Tag - Dienstag, 1. Mai 2018 - Seetag

 

Seetage haben einen großen Vorteil, sie sind entschleunigend und relaxend. Man kann (fast) ausschlafen, und die Reise bei schönem Wetter auf dem Pooldeck genießen. Und wir hatten Glück: Die Sonne zeigte sich von Ihrer besten Seite und verwöhnte uns mit feinen und wärmenden Strahlen - das sollte bis zur Rückkehr am Freitag nicht mehr vorkommen.

An dieser Stelle ein paar Worte zu unserer Kabine: Wir hatten die Kabine 9308 auf Deck 9 gebucht - eine Innenkabine der höchsten Kategorie. Dass sich die Kabine unter der AIDAbar befindet, war uns bewusst - 2016 hatten wir in ähnliche Lage eine Balkonkabine auf der Transreise mit AIDAsol von Gran Canaria nach Hamburg.

Wir sind pflegeleichte Gäste, echauffieren und nicht wegen jeder Kleinigkeit. In diesem Fall war die Wahl der Kabine eher suboptimal. Die Kabine liegt direkt unter dem Servicebereich der AIDAbar (also der nicht einsehbare Bereich der Bar mit Geschirrspüler, Spülbecken usw.) Den ganzen Tag bis spät in der Nacht hörte man Wasser gurgeln, vermutlich verläuft in der Decke bzw. der Wand ein Abflussrohr. Das war jetzt noch nicht das Hauptproblem. Schwieriger war eher, dass bis spät in der Nacht Schläge von oben zu hören waren; möglicherweise von zuschlagenden Schranktüren oder des Geschirrspülers oder polternde Servicewagen. Jetzt höre ich schon bei dem geschätzten Leser diese Zeile die Entgegnung: "Na dann beschwert Euch doch!"... - Nun, das taten wir nicht. Bis man feststellt, dass der Lärm ein Dauerzustand ist, ist schon die Hälfte der Reise vorbei. Bis die Info von der Rezeption an der Bar angekommen ist, dauert es dann auch noch etwas. Bedeutet: Eventuell hätten wir in der letzten nacht etwas ruhiger geschlafen, aber wir verzichteten auf eine Reklamation vor Ort. Aber seid sicher: Bei einer längeren Reise hätte es etwas auf die Ohren gegeben...

Sonniges Wetter am ersten Seetag - das leere Pooldeck lässt auf eine frühe Uhrzeit schliessen...
Sonniges Wetter am ersten Seetag - das leere Pooldeck lässt auf eine frühe Uhrzeit schliessen...

3. Tag - Mittwoch, 2. Mai 2018 - Stockholm

 

Bei unserem letzten Besuch in der schwedischen Hauptstadt 2013 mit AIDAmar, vermisste uns leider Nebel die Schärendurchfahrt. Der Nebel war diesemal nicht da - freie Sicht bei kühlen Temperaturen mit Aufstehen um 6 Uhr. Im übrigen ist das Schiff dann am schönsten, wenn der Großteil der Mitreisenden noch schläft - deswegen stehe ich während einer Kreuzfahrt gerne mal früher auf. Im Schlepptau befand sich übrigens AIDAcara im Rahmen der Selection-Ostseereise. Während AIDAcara den ungünstigeren Liegeplatz in Frihamnen zugewiesen bekam, konnten wir an dem innenstadtnahen Liegeplatz in Sichtweite der Altstadt festmachen.

Aus gesundheitlichen Gründen mussten wir auf eine Tour mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus umschwenken. Mittlerweile kann man den auch an Bord des Schiffes buchen; nur unwesentlich teurer, als direkt am Bus. Für die Bord-Bucher wartet der Bus direkt am Schiff; später nur noch vor dem Hafengelände, ca. 300 Meter zu Fuss.

Immer viel los: Die Altstadt von Stockholm
Immer viel los: Die Altstadt von Stockholm

Der Bus fuhr zur zunächst Richtung Museumsinsel, also dort wo sich unter anderem das ABBA- und das Vara-Museum befindet. Danach ging es - ausnahmsweise in Richtung Frihamnen, da dort AIDAcara lag. Dieser Abstecher wird also nur gefahren, wenn dort Kreuzfahrtschiffe liegen. Hinweis für diejenigen, deren Schiff dort anlegen wird: Zu Fuss ist die Distanz in die Innenstadt sicher zu schaffen; spaßig ist es nicht, weil es auf dem Weg dorthin relativ wenig zu sehen gibt. Ich schätze die Laufzeit für flotte Geher auf 60-70 Minuten; mit Kindern oder für ältere Leute empfehle ich eher den Bus-Transfer.


Nach Frihamnen ging es wieder zurück in die Stadt. Je näher man der Innenstadt kam, desto zähflüssiger wurde auch der Verkehr - zusätzlich behinderten zahlreiche Baustellen das Vorankommen des Busses. Am Schloss stiegen wir aus, um noch etwas durch die Altstadt zu schlendern. Auch hier sollte man sich bewusst sein, dass man nicht alleine in Schwedens Hauptstadt ist. Vor allen Dingen an den Touristen-Hotspots ist viel los. Aber man kann dem ganzen auch entgehen, wenn man einfach durch die Seitenstraßen geht und die Touristen-Hauptströme meidet.

Zurück zum Schiff ging es wieder mit einem der roten Hop-On-Hop-Off-Busse. 

Im Büdchen vor dem Hafenbereich wurde - trotz hoher  Preise - noch die üblichen Souvenirs eingekauft und danach zurück an Bord um einen Happen zu Essen; nach gut fünf Stunden Sightseeing wohl auch verdient. Kurz nach 17 Uhr wurden die Leinen gelöst und das Schiff machte sich auf zum zweiten Ziel der Reise: die schwedische Insel Gotland.

 

Traumhafter Sonnenuntergang bei der Schärenausfahrt
Traumhafter Sonnenuntergang bei der Schärenausfahrt

4. Tag - Donnerstag, 3. Mai 2018 - Visby/Gotland

 

Auf Visby war die Vorfreude besonders groß, da ich schon einmal hier war: 1988 mit der MS Berlin. Die Erinnerung an diesen Besuch waren allerdings nur schemenhaft und stammen hauptsächlich von Fotos, die damals gemacht wurden. 

Das Wetter war mit leichtem Nieselregen leider suboptimal, als die schwedische Insel in Sicht kam.

Da vor kurzem ein neuer Liegeplatz eingeweiht wurde, bestand nicht das Risiko des Ausfalls von Visby, da bei starkem Wind nicht getendert werden konnte - immerhin eine gute Nachricht. 

Leider ist die Liegezeit bei dieser Kurztour mit knapp fünf Stunden knapp bemessen, so dass wir den Shuttle-Bus in die Altstadt nutzen. An für sich ist die Strecke nicht weit zu laufen; halbe Stunde Fussweg dürfte es sein, aber bei dieser knappen Liegezeit wollten wir jede Minuten in der Altstadt sinnvoll nutzen.

 

Der Shuttle-Bus entlässt einen am alten, verlandeten Hafen von Visby, von wo es nur ein paar Meter zur historischen Stadtmauer sind. Und schon waren wir mitten drin, leider ohne die Hafeninfo vom Schiff mitzunehmen, so dass wir uns auf entsprechende Apps auf unseren Mobiltelefonen verlassen mussten.

Der Nieselregen machte hingegen das Kopfsteinpflaster rutschig und erschwerte das fotografieren - wenigstens war es nicht kalt. Trotzdem liessen wir uns den Spaß nicht vermiesen. Insgesamt ein tolles, kleines Städtchen mit sehr viel historischen Gebäuden - insbsondere der Dom sticht dabei heraus (siehe Bildmitte rechts). Dieser war es auch, der auf den Fotos von 1988 zu sehen war; ein komisches Gefühl, nach fast 30 Jahren wieder an der gleichen Stelle zu stehen...

 

 

Land in Sicht: Visby auf der schwedischen Insel Gotland
Land in Sicht: Visby auf der schwedischen Insel Gotland

Leider ließ uns der Zeitdruck nicht lange verweilen, und wir mussten weiter Richtung Stadtzentrum. Insgesamt ist der Altstadtkern von Visby sehr kompakt und übersichtlich

Auffällig: Viele alte Ruinen von Kirchen gibt es im Ortskern von Visby; wir allein sind an drei vorbeigekommen - selbstverständlich tolle Fotomotive.


In Schwarzweiss geben die Bilder eine sehr morbide Atmosphäre wieder...

Leider war der Zeitplan unerbittlich - um um 12:30 Uhr wieder auf dem Schiff zu sein, mussten wir nach dem unerlässlichen Einkauf von Souvenirs der Weg zurück zum Schiff antreten. Kleiner Tipp: Touristenläden sind in Visby eher spärlich gesät; Postkarten, Bücher, Aufkleber und sonstige Souvenirs erhält man in der Touristeninformation - dort spricht man übrigens auch gut Deutsch...

Um 13 Uhr wurden die Leinen losgemacht und unter starkem Wind machte sich AIDAdiva auf den relativ kurzen Weg nach Warnemünde, wo die Reise nach vier Tagen wieder enden würde.

Auf dem kurzen Weg zurück zum Ausgangspunkt hatten wir jetzt Zeit, ein Fazit zu ziehen: Insgesamt waren diese vier Tage schöner, als die eine Woche Kanaren mit AIDAprima im Januar - und das lag hauptsächlich am Schiff. Da wir an allen Abenden im Buffalo-Steak-Hose bzw. dem Rossini zu Abend gegessen haben, entfiel auch der "Kampf am Buffet". Das Essen und der Service in beiden Restaurants waren sehr gut - die Preise sind im Vergleich zu Angeboten an Land günstig. Die Stimmung an Bord war gut, das Wetter hätte etwas besser sein können - ist aber vom Reiseveranstalter nur begrenzt beeinflussbar. Wenn sich mal wieder eine Gelegenheit ergibt, machen wir auch mal wieder eine Kurzreise.

Morgens um sechs - kurz vor Warnemünde
Morgens um sechs - kurz vor Warnemünde

5. Tag, Donnerstag, 4. Mai 2018

 

Bei der letzten Einfahrt nach Warnemünde im Mai 2013 mit AIDAmar hatte es wie aus Eimern geschüttet - Heute wurden wir mit einem tollen Sonnenaufgang und einem wolkenlosen Himmel empfangen - das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. Der Rest ist kurz erzählt: ca. 6:30 Uhr passieren der Mole, Drehen auf der Wendeplatte, fest gegen   kurz nach sieben. Wir genossen noch ein reichhaltiges Frühstück auf dem Achterdeck inklusive Entertainment durch die in Warnemünde zahlreich vorhandenen Möwen und verliessen gegen 9 Uhr das Schiff. 

 

 


Im Übrigen bietet sich Warnemünde hervorragend an, um den Urlaub um ein paar Tage nach der Kreuzfahrt zu verlängern - so dass wir am Abend bei einer Begleitfahrt noch sehen konnten, wie "unser" Schiff mit neuen Gästen den Hafen verließ.

 

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