Minikreuzfahrt mit MS Color Magic - 2014

 Naturgemäß herrscht in den Wintermonaten in Nord- und Ostsee nicht das allerbeste Kreuzfahrtwetter: Es ist stürmisch und mitunter auch relativ frostig.

 

Das war sicher mit ein Grund, dass die norwegische Colorline vor Weihnachten über Facebook Gutscheine im Wert von 35 € für eine Minikreuzfahrt mit ihren Schiffen verloste.

Da ich dieses Angebot schon immer mal testen wollte, schlug ich zu und zählte zu den glücklichen Gewinnern und sollte mit dazu beitragen, die Auslastung der beiden Schiffe in den kalten Monaten zu verbessern.

 

Am 12. Januar 2014 machten wir uns frühmorgens auf den Weg nach Kiel; rund 630 km lagen vor uns, die wir in gut 5 1/2 Stunden abspulten. Gegen 11:30 uhr trafen wir auch am Norwegenkai ein, wo uns  MS Color Magic schon erwartete. Das Auto wurde direkt am Schiff für günstige 24 € ( für drei Tage ) geparkt und sofort ging es zum fußnah gelegenen Terminal.

Nachdem eingcheckt wurde, hatten wir noch 90 Minuten Zeit bis zum Boarding. Schon um kurz vor eins bildete sich eine lange Schlange vor den Schleusen. Pünktlich um  viertel nach eins ging es los und die Schlange setzte sich in Bewegung. Was mir auffiel: Keinerlei Gepäckkontrolle, wo bei Kreuzfahrtschiffen alle Gepäckstücke durchleuchtet und man selber durch eine Sicherheitschleuse muss; andereseits wäre ansomsten das Boarding auch nicht in einer halben Stunde zu schaffen. 

 

Nicht einmal 10 Minuten später waren wir auch schon an Bord. Wir hatten zunächst das Gefühl, ein Einkaufszentrum zu betreten, denn wir befanden uns plötzlich in einer dreigeschossigen Einkaufspassage mit Geschäften und Restaurants.

 

Relativ schnell hatten wir unsere 3* Kabine auf Deck Acht gefunden: Zwar eine Außenkabine, aber direkt das Rettungsboot vor dem riesigen Bullauge. Andere Reedereien bezeichnen solch eine Kabine als "Sichbehinderte Meerblickkabine"...

Steckbrief MS Color Magic

  •  Flagge: Norwegen
  • Heimathafen: Oslo
  • Indienststellung: 2007
  • Tonnage: 75.156 BRZ
  • Breite: 35 m
  • Länge: 223,75 m
  • Tiefgang: 6,80 m
  • Besatzung: 250
  • Passagiere: 2.998
  • Reederei: Color Line

 weitere Informationen: www.colorline.de

Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten, gingen wir sofort an Deck, um das Auslaufen aus Kiel genießen zu können. Auf Deck 12 war Ausgang zum Sonnendeck.

 

Hier offenbarte sich der nächste große Unterschied zu einem "normalen" Kreuzfahrtschiff: Ein großes Achterdeck, ohne Pool und sonstige Decksbestuhlung; nur die Markierung für einen Hubschrauberlandeplatz.

 

Auch ein "Sail Away" gibt es hier nicht; das Schiffshorn ertönt kurz und dann setzt sich das Schiff in Bewegung.

Majestätisch glitt MS Color Magic am Kreuzfahrtterminal und der HDW-Werft vorbei; unter herrlichstem Sonnenschein. An der Hafeneinfahrt konnte man sogar einen Regenbogen beobachte; ein herrlicher Nachmittag.

 

Was mir leider negativ auffiel: Leider besteht auf diesem Schiff keine Möglichkeit, von einem offenen Deck Aussicht nach vorne zu haben. Für mich ein K.O-Kriterium...

 

Nachdem wir die offene See erreicht hatten, frischte es merklich auf, so dass wir uns in das Innere zurück zogen.

Jetzt galt es, etwas zu Essen zu organisieren. Das Abendbüffet hatten wir nicht vorab gebucht; bei einem Preis von 39 € pro Kopf auch nicht weiter verwunderlich. Bordwährung auf dem Schiff ist die norwegische Krone und dementsprechend auch ein norwegisches Preisniveau, das bedeutet: Unendlich teuer. Als deutscher Gast bekommt man im Bordshop und im Tax-Free-Shop 20% Rabatt; sonst würden deutsche Gäste dort wohl keinen Cent lassen.

 

Wir entschieden uns für die Pizzeria und bezahlten am Ende für zwei Pizzen und drei Getränke stolze 46 €. Anzumerken ist, dass die Pizza sehr gut und auch der Service sehr nett und freundlich war. Bordsprache auf der Color Magic ist Norwegisch, viele Besatzungsmitglieder sprechen Englisch und/oder Deutsch - trotzdem kann es mal vorkommen, dass man einen Mitarbeiter trifft, der nur Norwegisch spricht - dann muss man sich halt mit Händen und Füßen verständigen


Da wir von der frühen und langen Anreise müde waren, gingen wir schon früh in auf die Kabine. Wir hatten eine Kabine mit 8 Quadtratmetern und Etagenbetten. Durch die Maschinengeräusche und die Schiffsbewegungen schliefen wir dann auch recht schnell ein.

 

Am nächsten Morgen standen wir kurz vor acht auf; bei der letzten Fahrt durch das Oslofjord waren wir schon sehr früh auf den Beinen gewesen; heute nutzte das nichts, da die Sonne erst um kurz nach neun aufging. 

 

Obwohl es draußen auf Deck gefühlte -15 Grad war, lohnte sich die Tortur. Ein herrlicher Sonnenaufgang entschädigte uns voll und ganz.

Eine Stunde genossen wir die Fahrt durch das Fjord bei arktischer Kälte. Pünktlich um 10 Uhr legte die Fähre am Colorline Terminal in Oslo an. Obwohl die Sonne aufgegangen war, war es ziemlich dunkel; außerdem lag Schnee und es war sehr kalt.

 

Kurz nach 10 verließen wir das Schiff und machten uns auf den Weg in die Innenstadt. Innerhalb von 15 Minuten erreichten wir "Aker Brygge"; einen relativ neuen Stadtteil von Oslo, der vorher ein heruntergekommenes Hafenviertel war. Als wir vor zweieinhalb Jahren hier waren, standen hier noch Baukräne und Gerüste...

 

Beeindruckende Architektur und Moderne gemischt mit Tradition zeichnet Aker Brygge aus. Von hier ist es auch nicht weit bis zum bekanntesten Wahrzeichen von Oslo: Das Rathaus. Beim letzten Besuch hatten wir leider viel zu wenig Zeit und konnten das Bauwerk nicht genau begutachten. Das konnten wir nun nachholen; beeindruckende Architektur, die man so nicht überall findet.

Vom Rathaus gingen wir weiter in Richtung Innenstadt, vorbei am Nationaltheater, der Universität und als Abschluss das Königsschloss. Nun mussten wir uns allerdings wieder zurück zum Schiff machen, den um 14 Uhr legen die Color-Fähren jeden Tag in Oslo ab.

 

Durchgefroren kamen wir am Terminal an und gingen auf unsere Kabine um die warmen Kleider abzulegen. Der Hunger trieb uns dann in die "Sports- and Burgerbar" auf Deck 14; unverständlicher Weise nur von 13-18 Uhr geöffnet. Wir bestellten zwei Cheeseburgermenüs zum Preis von 15 € pro Kopf. Hier muss man allerdings sagen, dass der Burger eine ordentliche Größe hat und phantastisch schmeckte; kein Vergleich zu den bekannten Burgerketten.

 

Das Auslaufen beobachteten aus der Observation-Lounge auf Deck 15 mit einer atemberaubenden Rundumsicht. Den rest des Tages verbrachten wir mit Shopping im Color-Shop und Lesen. So langsam merkte man aber auch, dass das ganze doch recht anstrengend ist und gingen früh ins Bett, da wir am morgigen Tag ja wieder eine lange Autofahrt vor uns hatten.

 

Am letzten Tag der Minikreuzfahrt sollten wir wieder am Ausgangspunkt unserer Reise ankommen. Wir nutzten also die letzte Gelegenheit, das in der Minikreuzfahrt inkludierte Frühstücksbuffet ( 18 €) zu testen. Als anspruchsvoller Kreuzfahrer muss sich das Color-Angebot am Buffet eindeutig der Konkurrenz aus Rostock geschlagen geben: Bei AIDA ist das Frühstücksbuffet größer, abwechslungsreicher und auch geschmackvoller.

 

Nach dem Frückstück beobachteten wir bei tollem Sonnenwetter das Einlaufen in Kiel, bis um 10 Uhr die Reise mit Color Magic endete.

 


Das Reisevideo

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