Kurztour mit AIDAsol 2015

Blick auf das Docklandgebäude vom Achterdeck von AIDAsol
Blick auf das Docklandgebäude vom Achterdeck von AIDAsol

Premiere in 2015: Dieses Jahr sollten wir zwei Reisen mit der Kussmundflotte unternehmen. Die erste Reise sollte die Kurztour mit AIDAsol von Hamburg nach IJmuiden/Amsterdam und Dover zurück nach Hamburg sein.

 

Diese Kurzreise sollte sozusagen als "Warm-Up" für die Adria-Tour im Juli dienen - inklusive Kurzabstecher zum Hamburger Hafengeburtstag 2015.

 

1. Tag - Hamburg - 10.5.2015

 

Das fing ja gut an: Am letzten Tag des Streiks der Lokomotivführer wollten wir nach Hamburg fahren: Glück im Unglück: Unser Zug fuhr, die Platzreservierungen waren gültig, allerdings war der ICE überbelegt und wir hatten größere Schwierigkeiten, unser Gepäck im Zug überhaupt unterzubringen.

 

Trotz diesen Widrigkeiten kam der Zug pünktlich in Hamburg an, wo uns schon die AIDA-Crew erwartete, und man uns die Koffer abnahm. Wir hatten den mittlerweile kostenpflichtigen Transfer vom Hauptbahnhof zum Hafen gebucht. Aufgrund des Hafengeburtstages brauchte der Bus eine gute halbe Stunde zum Liegeplatz nach Altona, wo wir gegen 15 Uhr ankamen.

 

Der Check-In lief bereits und schon hier war ersichtlich, was sich später bestätigen sollte: Zahlreiche Großgruppen würden auf dieser Reise dabei sein: Vom Junggesellenabschied, über Kegelvereine und Fußballmannschaften war alles vertreten.

 

Überraschend schnell waren wir durch und konnten bereits um halb vier unsere Innenkabine 5324 betreten, die ich bereits im November 2014 gebucht hatte, da wir unbedingt zu diesem Termin aufs Schiff wollten. Zwar bevorzugen wir mittlerweile Außen- bzw. Balkonkabinen, für diese Kurztour sollte dies aber kein Problem darstellen.

 

Für die "Fans" von Kabinenbewertungen: Kabine 5324 liegt auf der Steuerbordseite, direkt an einem Ausgang zum Deck - ideal, wenn man schnell frische Luft schnappen will. Insgesamt eine üblich große und normal eingerichtete Kabine. Allerdings liegt diese direkt neben einem Crew-Treppenhaus und es läuft vermutlich ein Fahrstuhlschacht hinter der Wand. Die daraus resultierenden Geräusche störten uns nicht; ich kann mir aber vorstellen, dass der ein oder andere damit Probleme haben könnte...

 

Nach Bezug der Kabine begaben wir uns zum Rossini-Restaurant, um die Buchung unser "Feinschmecker-Tournee" zu bestätigen: Jeweils ein Menü im Rossini, Buffalo-Steak-House und der Sushi-Bar.

Um 17 Uhr stand die Seenotrettungsübung auf dem Programm, glücklicherweise mit einer Musterstation auf dem Außendeck. Leider dauerte die Übung auch diesmal wieder über eine halbe Stunde, weil eine große Anzahl an Gästen nicht an ihrem vorgeschriebenen Sammelplatz waren und erst mühsam gesucht werden mussten.

 

Nach gut 40 Minuten waren alle Leute gefunden und die Übung beendet. Kurz darauf wurden wir vom Kapitän informiert, dass das für 18 Uhr geplante Auslaufen auf 22:30 Uhr verschoben würde, da das größte Containerschiff der Welt, die CSCL Globe, die Elbe für sich brauchen würde..

Der Grund für unsere Verspätung: Die CSCL Globe
Der Grund für unsere Verspätung: Die CSCL Globe

 Zum "Dinner" ging es im Rahmen des "Feinschmecker-Paketes" ins Buffalo Steak-Haus. Das Essen war phantastisch; der Service leider weniger. Die Kellnerin wusste leider nicht über den Umfang des Paktes Bescheid, reichte uns die falsche Karte und vergaß leider auch unsere Bestellung an die Küche weiterzugeben, so dass wir eine Stunde auf den Hauptgang warten mussten. Das muss leider Punktabzug geben.

 

Als alte AIDA-Hasen lockt einen die Pool-Party auch nicht mehr unbedingt hinter dem Ofen vor; nur soviel: Ich habe das Pooldeck noch nie so voll gehen - und meine Beobachtung vom Check-In wurde bestätigt: Viele Großgruppen und Erstfahrer.

 

Zum Auslaufen suchten wir uns einen Platz in Höhe der Anytimebar an Deck, was leider ein Fehler war: Das Tagesprogramm wurde leider nicht auf den späteren Auslauftermin angepasst, so dass in der Bar bereits die Beach-Party startete, während das Schiff unter Klängen von Disco-Musik auslief.

Ein Wechsel des Decks schaffte Abhilfe, so dass man trotzdem das Auslaufen unter den bekannten Klängen genießen konnte.


2. Tag - IJmuiden/Amsterdam - 11.5.2015


Der Tag startete mit einem tollen Frühstück im Bella Donna-Restaurant, wo es ungewohnt leer war - wahrscheinlich die Folgen einer langen Partynacht...


Nach der Küchenführung im letzten Jahr auf AIDAcara wollten wir uns auch die Küche(n) eines Schiffes der Sphinx-Klasse anschauen. Und welch ein Zufall: Wie im letzten Jahr wurden wir von Franz Schned, dem Küchenchef des Rossini, durch die Katakomben des Schiffes geführt. Die Küchenführung kann ich nur jedem empfehlen; nach der Abschaffung der "Inside"-Tour leider die einzige Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Schiffes zu werfen.

Auf dem Weg nach IJmuiden...
Auf dem Weg nach IJmuiden...

Leider war es durch unsere 4 1/2 stündige Verspätung nicht möglich, die Ankunftszeit um 13 Uhr einzuhalten, was umfangreiche Umorganisationen zu Folge hatte. Als neue Ankunftszeit wurde 16 Uhr festgelegt und alle Ausflüge mussten um zwei Stunden nach hinten verlegt werden. Einige Personen hatten wohl auf eigene Faust Unternehmungen gebucht und beschwerten sich lautstark beim Reiseservice-Manager mit Worten wie: "AIDA MUSS den Fahrplan einhalten!" und ähnliches...

 

Sowas ist natürlich ärgerlich, aber nicht immer zu vermeiden, zumal man sich nicht in einem Linienbus befindet, sondern auf einem Schiff, wo Sicherheit vor persönlichen Schicksalen vorgeht - allerdings auch vor dem schnöden Mammon - sprich von einem großen Containerschiff, das dem Hamburger Hafen sicherlich mehr Einnahmen bringt, als ein Kreuzfahrtanlauf.

 

Kurz vor 16 Uhr lag das Schiff fest; die Ausflüge konnten wie geplant stattfinden. Da man in IJmuiden bis auf einen Strandbesuch wenig machen kann, entschieden wir uns für einen Ausflug nach Amsterdam mir Grachtenfahrt und geführten Stadtrundgang. Die Fahrt mit dem Bus dauerte ca. 35 Minuten, bis war am Liegeplatz des Grachtenbootes ankamen. Es ging sofort los und bei herrlichstem Wetter war das ganze auch sehr entspannend und machte großen Spaß.

Grachtenfahrt in Amsterdam
Grachtenfahrt in Amsterdam

Weniger Spaß machte dahingegen der geführte Stadtrundgang, da Amsterdam eine sehr hektische und laute Stadt ist: vor allen Dingen die Fahrradfahrer, die ohne Klingel und Bremsen und durch die Masse rasen.


Leider gab es aus Zeitmangel nur einen längeren Stop, wo man von der Reiseleiterin etwas über Amsterdam und Umgebung erfahren konnte. Aus Zeitmangel ging es dann auch schon wieder zurück zum Bus um dann wieder zum Schiff zurückzufahren.


Immerhin kamen wir so zeitig wieder an Bord, dass man in ruhe im Marktrestaurant zu Abend essen konnte; die meisten Busse trafen nämlich nach uns ein.

Um 22 Uhr hieß es "Sail Away" und wir machten uns auf den Weg nach Dover.

Blick von Dover Castle auf den Hafen
Blick von Dover Castle auf den Hafen

3. Tag - Dover - 12.5.2015


Nach 2012 waren wir nun zum zweiten Mal in Dover und wollten diesmal das berühmte Dover-Castel besuchen. Da AIDA hier keinen Ausflug anbietet, nutzen wir den örtlich angebotenen Shuttle-Service im blauen Doppeldeckerbus, der uns ins Stadtzentrum brachte. Nach einem kurzen Aufenthalt und Umgebungsspaziergang bestiegen wir den Zubringerbus zum Castle, der uns den Berg hinauf fuhr. Direkt am Eingang zum Schloss wurden wir hinausgelassen und kauften für knapp 50 € die Tickets, die zum Einlass berechtigten - wahrlich kein billiges Vergnügen. Allerdings handelte es sich um wahrlich gut angelegtes Geld, denn wir wurden mit einem phantastischen Ausblick auf Dover, den Hafen und den Ärmelkanal entschädigt. Dieses Baudenkmal ist wahrlich faszinierend, die Mauern verströmen Geschichte.


Dover Castle mit dem Tower
Dover Castle mit dem Tower

Erstaunlich, dass diese Festung bis nach dem 2. Weltkrieg als aktive militärische Einrichtung genutzt wurde. Offensichtlich ist, dass die Briten sehr stolz auf Ihren Erfolg im 2. Weltkrieg sind: Zahlreiche Schautafeln im Museumstrakt lassen darauf schliessen; ebenso die zahlreichen Souvenirs wie Kampfflugzeuge, Spielzeugsoldaten  und Panzer, die es im Shop zu kaufen gibt. Am makabersten fanden wir die Patronenhülsen, die es als Schlüsselanhänger zu kaufen gab - anscheinend haben die Briten einen etwas anderen Humor, als wir auf dem Festland...


Da das Wetter mitspielte, brauchten wir uns auch nicht zu beeilen und konnten die herrliche Anlage genießen - und das fast ohne Touristenmassen.

Am interessantesten präsentierte sich der Tower; ein ziemlich dunkles und kühles Gebäude, das auch Beklemmungen verursachte, da zwar Fenster vorhanden waren, die aber so klein geplant wurden, dass wenig Licht in die Räume fiel. Ich kann jedem nur empfehlen, sich die Mühe zu machen und einen Blick vom Dach des Towers zu werfen: Atemberaubend.


Blick in den Audienzsaal von Dover Castle
Blick in den Audienzsaal von Dover Castle

Nach gut vier Stunden hatten wir (fast) alles gesehen und machten uns wieder auf dem Weg zum Schiff - wieder mit dem blauen Doppeldeckerbus, der uns nach einem kurzen Zwischenstopp im Zentrum wieder zum Cruise-Terminmal brachte. Übrigens: 5 Euro kostet die Fahrt pro Person - dafür kann man jeden der blauen Busse nutzen, die auch zu den Kreidefelsen fahren - die besuchen wir das nächste Mal.


Nach einem kurzen Imbiss an Bord, genossen wir das herrliche Wetter an Deck. Um 19 Uhr hatten wir den 2. teil unserer "Feinschmecker-Tournee" im Rossini. Ein fabelhaftes 6-Gänge.Menü wurde uns dargeboten - Hier stimmte der Service und die Qualität der Speisen exakt. Auch in Dover hatten wir beim Ablegen Verspätung: Vier Busse aus London kamen deutlich zu spät, so dass auch hier erst gegen 21 Uhr die Leinen gelöst wurden und sich AIDAsol auf dem Weg zurück nach Hamburg machte.

4. Tag - Seetag - 13.5.2015


Am Seetag hat man viel Zeit, so dass man den Tag sehr gemütlich angehen kann. Im Gegensatz zum Großteil der Mitreisenden standen wir sehr früh auf, um endlich einen schönen Sonnenaufgang zu fotografieren, was aufgrund des Kurses und der Position des Schiffes leider nur schwer möglich. Nach dem ausgiebigen Frühstück machte uns beiden allerdings der Kreislauf zu schaffen: Das Schiff schwankte ziemlich stark, obwohl der Seegang gar nicht so stark war. Auch hier zeigt sich: Die Schiffe der Sphinx-Klasse sind wohl etwas windanfällig, denn auch hier kam der Wind seitlich von hinten.


Ein Besuch an Deck und ein langer Spaziergang vertrieb allerdings jedes Unwohlseinsgefühl. Herrliches Wetter, ein gutes Buch und was feines zu trinken - so kann man es aushalten. Für 19 Uhr hatten wir den letzten "Auftritt" unserer Feinschmecker-Tournee: In der Sushi-Bar!


Für jemanden, der noch nie Sushi gegessen hat, ein etwas befremdliches Erlebnis, rohen Fisch mit Stäbchen zu essen. Natürlich lernt man nicht in einer halben Stunde, mit Stäbchen zu essen, weswegen ich doch eine Gabel nehmen musste. Eine Erkenntnis brachte der Abend zumindest: Fisch mag ich lieber gebraten...


Nach dem ein oder anderem Drink an unserem Lieblingsbar am Heck, beendeten wir den Tag, und begaben uns ins Bett.

5. Tag - Hamburg - 14.5.2015

 

Kaum abgelegt, hatte uns die schöne Hanse-Stadt schon wieder. Allerdings war das Wetter gruselig: Kalt und grau präsentierte sich Deutschlands größte Hafenstadt. Gemütlich beendeten wir diese Kurztour mit einem Frühstück im East-Restaurant, bevor wir uns mit unserem Gepäck zur Gangway begaben und die Sol verliessen.

 

Fazit: Eine Kurztour werden wir sicher so schnell nicht mehr buchen; je länger die Fahrt geht, desto günstiger wird der Tagespreis im Verhältnis. Auch dürften sich auf den anderen Touren weniger Großgruppen befinden, die doch das ein oder andere Mal im Restaurant oder der Bar für Probleme sorgten, wenn 15-20 Mann zusammen sitzen wollten.

 

 

Das Reisevideo

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